Das Schiedsrichterwesen im ehemaligen Dillkreis

Joachim Spahn/Herbert Pauly:

Von Höhen und Tiefen: Zur Geschichte des Schiedsrichterwesens im ehemaligen Dillkreis

Wie viele Unparteiische es dereinst waren, die sich kurz nach dem Ersten Weltkrieg zusammenschlossen, ist nicht überliefert. Fest steht indes, dass Anwärter für das Amt des Unparteiischen damals bis nach Wetzlar reisen mussten, um so genannte ?Belehrungsstunden? besuchen und die Schiri-Prüfung ablegen zu können. Im Mai 1920 riefen heimische Spielleiter die Schiedsrichter-Vereinigung Dillenburg ins Leben. Am 24. und 25. Juli 2010 feiert die rund 220 Mitglieder zählende Organisation auf der Anlage des SSV Sechshelden ihr 90-jähriges Bestehen. Anlass genug, auf die Geschichte des Schiedsrichterwesens im ehemaligen Dillkreis zurückzublicken.
Schon im Jahre 1874 ? als im Dillkreis noch keiner an Fußball dachte ? erschienen in Deutschland die ersten (von England übernommenen) Fußball-Regeln in gedruckter Form. Die Spiele fanden ohne Schiedsrichter statt. Die beiden ?Spielkaiser? (Spielführer) verhandelten vor dem Spiel über die Regelauslegung und überwachten während des Spiels die Einhaltung derselben.

Im Westdeutschen Spielverband (WSV), dem bis 1933 auch die Vereine des Dillkreises angehörten, mussten ab der Saison 1902/03 alle am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften einen Schiedsrichter stellen (ohne Ausbildung oder Lehrgang). Der Heimverein musste zum Spiel vier Linienrichter stellen. Der Schiedsrichter erhielt keine Spesen, nur die Erstattung der Fahrtkosten (mit der Eisenbahn, 2. Klasse) war üblich. Die Spielleitung erfolgte in normaler Straßenkleidung.
1908 wurden im WSV erstmals Spielerpässe eingeführt (ohne Passbild). Um eine einheitliche Regelauslegung zu erreichen, wurden 1912 im Westdeutschen Spielverband Schiedsrichter-Vereinigungen auf Bezirksebene eingeführt; sie übernahmen die Ausbildung und Schulung der Schiedsrichter. Nachdem während des Ersten Weltkriegs der Spielbetrieb zum Erliegen gekommen war, wurde nach Kriegsende im Mai 1919 in Wetzlar eine Schiedsrichter-Gruppe für die Kreise Wetzlar, Dillenburg und Weilburg ins Leben gerufen. Aus unserem Kreis gehörten dieser Gruppe Heinrich Habicht (Dillenburg) und Berthold Hoffmann (Niederscheld) an. Um die Schiedsrichterausbildung weiter zu fördern, beschloss der Vorstand des WSV im Jahr 1920, Untergruppen (Schiedsrichter-Vereinigungen) auf Kreisebene zu bilden. Als erster Obmann fungierte Berthold Hoffmann (bis 1928); er wurde von Heinrich Habicht abgelöst, der das Amt bis 1943 bekleidete. Die Schiedsrichter-Anwärter (Neulinge) mussten die Belehrungsstunden in Wetzlar besuchen und dort auch ihre Prüfung ablegen. Auch die Ansetzung erfolgte (bis 1944) von Wetzlar aus durch Hugo Hoffmann und wurde in der Tageszeitung bekannt gegeben.

Die monatlichen Vollversammlungen wurden im Ausschank der ?Oranien-Brauerei? in Dillenburg durchgeführt. 1930 bestand die Schiedsrichter-Vereinigung Dillenburg aus 55 Mitgliedern. Bedingt durch den Militärdienst sank die Zahl der Mitglieder auf 31 Schiedsrichter und zehn Anwärter. Während des Krieges erfolgte eine Zusammenlegung mit dem Kreis Biedenkopf. In den späten dreißiger Jahren bis zum Kriegsende fanden die Monatsversammlungen sonntags vormittags ab 10 Uhr im Lokal Hoffmann in der oberen Hauptstraße in Dillenburg statt. Zu diesen Treffen wurden auch die Vereinsjugendleiter eingeladen. 1943 wurde eine Liste der Dillkreis-Spitzen-Schiedsrichter veröffentlicht, von denen Adolf Müller (Frohnhausen) und Heinrich Müller (Dillenburg) für die Bereichsklasse (höchste deutsche Klasse) nominiert wurden. Hermann Schaffner (Haiger), Friedrich Hild (Herborn) und Artur Philipp (Burg) durften in der Bezirksklasse (zweithöchste Klasse) pfeifen.
Nach dem letzten Spiel im Juni 1944 wurde die Schiedsrichter-Vereinigung ? wie alle Vereine ? von der Militär-Regierung aufgelöst und konnte im Herbst 1945 durch Initiative von Heinrich Habicht (Dillenburg) unter Auflagen der Besatzungsmacht neu gegründet werden. Schon in den fünfziger Jahren stellte der Dillkreis Schiedsrichter auf Hessenebene; Rudi Nickel (Dillenburg) pfiff zu diesem Zeitpunkt sogar in den süddeutschen Vertragsspielerligen. Damals waren diese die höchsten Spielklassen überhaupt.

Heinrich Habicht (Dillenburg), Karl Schmidt (Burg) und Jonathan Eckstein (Dillenburg) ? so hießen die ersten drei Obmänner der Schiedsrichter-Vereinigung Dillenburg nach dem Zweiten Weltkrieg. Großen Anteil daran, dass die heimische Zunft der Unparteiischen nach 1945 relativ zügig wieder aufgebaut wurde, hatte der Sportkamerad Heinrich Habicht. So sorgte er dafür, dass die Schiedsrichter zunächst nicht etwa durch Ansetzungskarten (Benachrichtigungskarten) erfuhren, welche Partie sie zu leiten hatten. Die Schiris mussten vielmehr die Tageszeitung sorgfältig studieren, um dieser zu entnehmen, für welche Partie sie angesetzt waren.
Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die ersten Belehrungsgruppen gebildet, die sich in Dillenburg, Haiger und Herborn zur gemeinsamen Fortbildung trafen. Unter der Leitung des damaligen Bezirksschiedsrichterobmanns Entgelter legten die ersten Neulinge bereits 1946 ihre Prüfung ab. Die ersten Unparteiischen in den Nachkriegsjahren stellten die Vereine aus Niederscheld, Manderbach, Nanzenbach, Mandeln, Herbornseelbach, Langenaubach, Frohnhausen, Herborn und Dillenburg.
1947 ging schließlich in der Oranienstadt erstmals eine Vollversammlung mit Regelvortrag über die Bühne. Ziel war es, eine einheitliche Lehre zu schaffen, an der sich Schiedsrichter wie Spieler gleichermaßen orientieren konnten. 1949 regte Heinrich Habicht die Einrichtung einer Kameradschaftskasse an, mit der die Schiris in Not geratenen Schiedsrichterkollegen helfen wollten. Diese Kasse besteht noch heute, wird jedoch überwiegend zur Finanzierung geselliger Veranstaltungen verwandt.
Insbesondere weil die Kameradschaft intensiv gepflegt wurde, nahm das Schiedsrichterwesen im ehemaligen Dillkreis bis 1960 einen steten Aufschwung. Der Feier zum 30-jährigen Bestehen im Hotel Thier in Dillenburg (1. Juli 1950) folgten unter anderem ein Familientreffen im Hof Feldbach (1954), Ausflüge zu den Schiri-Kollegen aus Biedenkopf und Oberlahn und gut besuchte Weihnachtsfeiern. Als die Schiedsrichtervereinigung Dillenburg 1960 im Kurhaus der Oranienstadt schließlich ihren 40. Geburtstag feiern konnte, gehörten schon wieder 85 Unparteiische dem Zusammenschluss an. Die Namen der Obmänner, die in den fünfziger und Anfang der sechziger Jahre die Geschicke der schwarzen Zunft lenkten, lauteten: Heinrich Bastian (Frohnhausen), Berthold (Niederscheld), Hermann Schaffner (Haiger) und Alois Plescher (Driedorf).
Zu Beginn der sechziger Jahre schwankte der Mitgliederstand der Schiedsrichter-Vereinigung Dillenburg erheblich. Zahlreiche Ab- und Zugänge waren zu verzeichnen. In dieser Zeit absolvierte auch eine Frau, die Tochter des Schiri-Kollegen Zufall, einen Neulingslehrgang. Für alle Beteiligten bedauerlich: Die Satzungen erlaubten es nicht, dass sie auf dem Feld auch als Spielleiterin zum Einsatz kam. Unter der Führung ihrer Obmänner Alois Plescher (Driedorf), Kurt Thomas (Nanzenbach) und Anton Passauer (Burg) widmeten sich die Unparteiischen des Dillkreises damals nicht nur der Fortbildung und der Spielleitung. Die Schiris jagten selbst dem runden Leder hinterher, besuchten verschiedene Schiedsrichterturniere des Bezirks Marburg-Gießen und errangen 1967 schließlich in Niedergirmes den Bezirkspokal. Rege Kontakte unterhielt die schwarze Zunft damals zudem mit den Unparteiischen der Schiedsrichtervereinigung Frankfurt. Mit dieser maß man sich sowohl auf dem Fußballplatz als auch, hinterher, beim gemütlichen Beisammensein. Gefördert wurde der Zusammenhalt innerhalb der heimischen Vereinigung durch Kameradschaftsfahrten zum Chiemsee und nach Berlin.
Ihr 50-jähriges Bestehen feierten die Dillkreis-Schiris schließlich am 4. Juli 1970 im zu diesem Zeitpunkt neu errichteten Bürgerhaus in Burg. Zwei Fußball-Spielen, die unter der Leitung der Bundesliga-Schiedsrichter Kreitlein und Linn standen, folgte eine vorbildlich organisierte Feierstunde unter der Leitung von Wolf Kurre. Geführt wurden die Unparteiischen aus dem Landstrich an der Dill damals von Anton Passauer (Burg).

In seine Fußstapfen trat schließlich 1972 Friedhelm Stürtz (Steinbrücken). Seine Verdienste um die Schiedsrichtervereinigung Dillenburg sind nicht hoch genug einzuschätzen, stand er doch bis zum Jahr 1990 ohne Unterbrechung an der Spitze der schwarzen Zunft.

In dieser Zeit erfuhr die ohnehin vorbildliche Lehr- und Ausbildungsarbeit eine weitere Aufwertung. Unter der Führung der Lehrwarte Horst Lommler (Hörbach), Heinz Nix (Burg), Siegbert Eckhardt (Hirzenhain), Michael Kreft (Steinbach) und Klaus Ebert (Mandeln) stieg die Zahl der aktiven Unparteiischen weiter an. Namhafte Referenten gaben ihr Wissen bei den monatlichen Fortbildungsveranstaltungen in den Sportheimen Hörbach und Manderbach an die Dillkreis-Schiris weiter. Aber: Trotz allen Bemühens des Kreisschiedsrichterausschusses ließ der Besuch der Belehrungsabende schon damals zu wünschen übrig.

Nachdem sich Schiedsrichterobmann Friedhelm Stürtz 1990 aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl stellte, wählten die Unparteiischen Günter Debus (Rittershausen) zu seinem Nachfolger. Unter seiner Führung feierte die Vereinigung im Juni 1990 im Eibelshausener Bürgerhaus ihr 70-jähriges Bestehen. Nach dem plötzlichen Tod von Günter Debus im Jahr 1992 wurden die Aufgaben des Schiedsrichterobmanns kommissarisch auf Burkhard Blicker (Frohnhausen) übertragen.
Verantwortlich für die Lehrarbeit ist seit 1990 bis heute ? also nunmehr schon seit exakt zwei Jahrzehnten ? Hessens einst dienstältester Oberliga-Schiedsrichter Roland Horschitz (Herborn). Seit Anfang der neunziger Jahre ist die Zahl der aktiven Schiedsrichter im ehemaligen Dillkreis weiter enorm gestiegen. Als die schwarze Zunft 1995 in der Oberschelder Glück-Auf-Halle ihren 75. Geburtstag feierte, gehörten ihr 194 aktive Unparteiische an. Allein beim 95er Neulingslehrgang war es gelungen, 46 (!) neue Schiris zu rekrutieren. Mit Dagmar Jung und Karin Hermann stellte die Vereinigung Anfang der neunziger Jahre erstmals Spielleiter für eine Bundesliga. Jung und Hermann brachten die Partien der damals neu gegründeten Eliteklasse der Damen souverän über die Bühne.

Im 80. Jahr ihres Bestehens wurde die Schiedsrichter-Vereinigung von Ralf Viktora (Oberndorf) geführt, der in die Fußstapfen von Burkhard Blicker trat. Blicker hinterließ seinem Nachfolger, der bis ins Jahr 2009 hinein als Regionalliga-Referee und Zweitliga-Assistent wirken sollte, ein bestelltes Feld. Als die SR-Vereinigung Dillenburg im Juli 2000 in Donsbach ihren 80. Geburtstag feierte, standen 195 aktive Unparteiische für die Leitung von 3000 Spielen pro Saison zur Verfügung.
Nach der KSA-Wahl im Jahr 2000 geht die Schiedsrichter-Vereinigung Dillenburg die Anforderungen der Zukunft mit einem jungen und dynamischen Vorstand um KSO Ralf Viktora an. Erstmals ist mit Joachim Spahn ein so genannter ?Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit? (BfÖ oder ?ÖMi?) im Führungsgremium vertreten. Die sportlichen Leistungsträger der Dill-Schiris heißen zu diesem Zeitpunkt Ralf Viktora (Regionalliga/Assistent in der 2. Bundesliga), Roland Horschitz (Oberliga), Oliver Klein (Landesliga) sowie Burkhard Dillmann, Matthias Gombel und Sebastian Müller (alle Bezirksoberliga). Der Neulingslehrgang 2001 bringt 20 neue Spielleiter. Im Juli 2001 schließlich erscheint die erste von mittlerweile 28 ?Peifekopp?-Ausgaben. Im Herbst desselben Jahres gewinnt die SR-Vereinigung Dillenburg mit Burkhard Blicker (FSV Manderbach) einen zusätzlichen Beobachter: Er besteht die Prüfung in Grünberg.

Anfang 2002 macht ?Opa Klose?, das dienstälteste Mitglied des Kreisschiedsrichterausschusses, die ?70 Lenze? voll. Seit zwei Jahrzehnten kümmert sich der Eibacher offiziell um die Finanzgeschäfte der Dill-Schiris und ist zudem Ansetzer für Frauen- und Jugendspiele. Mit KSO Ralf Viktora, Jens Rometsch, dem damaligen Kreispressewart Helmut Metz und Schriftleiter Joachim Spahn zählt das ?Peifekopp?-Redaktionsteam mittlerweile vier engagierte Köpfe. Die Info-Schrift der SR-Vereinigung Dillenburg erscheint dreimal jährlich. Zur Saison 2002/2003 steigt Anke Gottfried (SSV Donsbach) in die Landesliga der Frauen auf. Zur Riege der Bezirksoberliga-Schiris gehören ab sofort auch Jens Rometsch (SSV Medenbach) und Yusuf Öztürk (SSV Frohnhausen). Roland Horschitz muss die Oberliga aus Altersgründen verlassen; der Kreis-Lehrwart ist in Zukunft als Beobachter aktiv. Beim Hallen-Fußball-Turnier der Schiedsrichter in Volpertshausen belegt die SR-Vereinigung Dillenburg einen guten vierten Platz. Der Neulingslehrgang 2002 beschert dem ehemaligen Dillkreis immerhin 28 zusätzliche Unparteiische. Zu denen, die im Sportheim des SV Oberscheld die SR-Prüfung bestehen, zählt auch der spätere und heute noch amtierende KSO Rainer Wendland. Im Spätherbst desselben Jahres ruft der KSA erstmals einen Förderkader ins Leben, der junge und talentierte Schiris gezielt an höhere Aufgaben heranführen soll. Am 14. September 2002 herrscht tiefe Trauer in den Reihen der Dill-Schiedsrichter: Hugo Schneider stirbt im Alter von 71 Jahren.

Anfang 2003 feiern die heimischen Referees im Bürgerhaus Schönbach ihr erstes Winterfest. Alexander Groß (SV Niederscheld) rückt zur Spielzeit 2003/2004 in die Bezirksoberliga auf. Im Zuge des 2003-er Neulingslehrgang kann die stolze Zahl von 30 ?Neueinsteigern? ausgebildet werden. Zu einem interessanten sportlichen Vergleich kommt es auf dem Hirzenhainer Rasenplatz: Dort trennen sich die Schiedsrichter-Vereinigungen Dillenburg und Marburg mit einem gerechten 3:3-Unentschieden. Im Spätherbst 2003 besuchen die Dill-Schiris das Bundesliga-Spiel zwischen Bochum und Kaiserslautern.

Anfang 2004 kandidiert der bisherige Kreisschiedsrichterobmann Ralf Viktora aus zeitlichen Gründen nicht mehr; zu seinem Nachfolger wählen die Dillkreis-Schiris Rainer Wendland (Nister-Möhrendorf). Mit Klaus Weber und Adolf Wolfram ernennen die Unparteiischen aus dem Landstrich an der Dill im Zuge des Winterfestes in Schönbach erstmals zwei Ehrenmitglieder. Mit 19 ?Novizen? ist der Neulingslehrgang 2004 eher schwach besucht. Bernd Eckhardt (Eibelshausen) rückt in den Kreisschiedsrichterausschuss auf und kümmert sich, da ?Opa Klose? erkrankt, fortan um die Damen- und Jugend-Ansetzungen. Zur Spielzeit 2004/2005 stellt die SR-Vereinigung Dillenburg mit Anke Gottfried (geborene Pruner) erstmals seit vielen Jahren wieder einen weiblichen Bezirksoberliga-Schiri. Bei einem Treffen im Driedorfer Sportheim befassen sich die Schiedsrichter-Beauftragten der Dillkreis-Vereine mit dem Thema ?Schiedsrichterwerbung und Schiedsrichtererhalt?.

Zum Jahresbeginn 2005 feiern die Unparteiischen des ehemaligen Dillkreises im Schönbacher Bürgerhaus bereits ihr drittes Winterfest. Eine Veranstaltung, bei der Gerhard Seibel, Franz Götzel, Alfred Fehling, Horst Lommler und Arthur Gröf zu Ehrenmitgliedern ernannt werden. Einen Teilerlös des Winterfestes überreichen die Dill-Schiris an die Schönbacherin Erika Schmidl, die im Januar 2005 Opfer einer Hochwasser-Katastrophe wird. 25 Absolventen kann die SR-Vereinigung Dillenburg nach dem Neulingslehrgang 2005 in ihren Reihen neu willkommen heißen. Zum Beginn der Saison 2005/2006 steigt Anke Gottfried (SSV Donsbach) als Assistentin in die 2. Frauen-Bundesliga auf. Bei den Bezirksmeisterschaften der kickenden Schiedsrichter in Nieder-Ofleiden (Vogelsbergkreis) holt sich das von Jens Rometsch betreute Dillkreis-Team den Bezirksmeister-Titel. Gegen Finalgegner Biedenkopf markiert ?Bene? Osmani das ?goldene Tor? zum 1:0-Endspiel-Sieg. Wenige Monate später setzen die Fußballer der SR-Vereinigung Dillenburg noch einen drauf: In Volpertshausen gewinnen sie auch die Bezirksmeisterschaft unter dem Hallen-Dach. Die kleine, aber feine Motorradgruppe der SR-Vereinigung Dillenburg unternimmt einen Ausflug nach Brilon (Sauerland).

Beim vierten Winterfest im Schönbacher Bürgerhaus wird Gustav Berns zum Ehrenmitglied der Dill-Schiris ernannt. Mit 31 Teilnehmern und Teilnehmerinnen bringt der Neulingslehrgang 2006 ein gutes Ergebnis. Im Sommer des WM-Jahres 2006 wird die SR-Vereinigung Dillenburg vom ?WM-Karten-Skandal? erschüttert. Weitaus erfreulicher ist im Spätsommer 2006 die Tatsache, dass Christian Hofheinz (SSV Sechshelden) und Florian Hermann (SSV Simmersbach) den Sprung in die Bezirksoberliga schaffen. Das Duo zählt nunmehr, gemeinsam mit Regionalliga-Referee Ralf Viktora und Anke Gottfried (Assistentin in der 2. Frauen-Bundesliga), zu den vier sportlichen Aushängeschildern der Dill-Schiedsrichter. Bei der Fußball-Bezirksmeisterschaft der Unparteiischen belegen die Schiris in Übernthal hinter der Vereinigung aus Wetzlar einen guten zweiten Platz. Über eine besondere Zuwendung aus der Kameradschaftskasse der Schiedsrichter-Vereinigung Dillenburg kann sich Harald Klabunde freuen: Nachdem seine Familie Opfer eines Wohnhausbrandes wird, unterstützen ihn seine Referee-Kollegen mit einer Zuwendung von 500 Euro. Im August 2006 trifft die Unparteiischen aus dem Landstrich an der Dill ein Schicksalsschlag: Ehrenmitglied Oswald Hees (Haiger) stirbt im Alter von 78 Jahren.

Im Zuge des Winterfestes 2007 können 15 treue Schiedsrichter geehrt werden ? allen voran Kurt Hain, Hans-Dieter Kunz und Heinz Selig, die der Vereinigung seit 40 Jahren treu verbunden sind. Nach dem Neulingslehrgang 2007 können die heimischen Spielleiter 18 neue Schiris in ihren Reihen willkommen heißen. Sportliches Aushängeschild bleibt auch in der Saison 2007/2008 Regionalliga-Referee und Zweitliga-Assistent Ralf Viktora. Weiter Spiele der Bezirksoberliga pfeifen dürfen Florian Hermann, Christian Hofheinz und Anke Gottfried, die außerdem als Assistentin in der Frauen-Bundesliga ?ihre Frau? steht. Beim Bezirks-Schiri-Turnier in Berghausen belegen die Dillkreis-Fußballer den fünften und letzten Platz. Im Herbst 2007 macht Helmut Metz, Mitglied des ?Peifekopp?-Redaktionsteams, die ?60 Lenze? voll. Bei der Motorradtour erkunden die ?Biker? unter den Dill-Schiris das Mosel-Städtchen Bullay. Die 20. Ausgabe des ?Peifekopp? erscheint.

Mit einem stolzen Erfolg beginnt für die Schiedsrichter-Vereinigung Dillenburg das Jahr 2008: Durch einen 1:0-Endspiel-Sieg gegen Gießen gewinnen die Fußballer um Betreuer Manfred Hees in Volpertshausen den Hallen-Bezirks-Titel. Am 25. Januar 2008 wird im Hörbacher Sportheim der Kreisschiedsrichterausschuss für die ?neue Legislaturperiode? gewählt: Dem KSA gehören Rainer Wendland (KSO), der neue stellvertretende Schiri-Obmann Michael Garrison, Roland Horschitz (Lehrwart), ?ÖMi? Joachim Spahn sowie die Beisitzer Bernd Eckhardt, Dagmar Jung, Günter Klose, Sebastian Müller und Jörg Menk an. Kurz darauf stößt Markus Schmitt als Ansetzer der D- und C-Junioren-Spiele ebenfalls zum Kreisschiedsrichterausschuss. Die Ehrung von Edwin Schneider (SSV Eiershausen) für 45-jährige Mitgliedschaft krönt das sechste Winterfest im Schönbacher Bürgerhaus. Mit Beginn des Jahres 2008 beginnt für die verantwortlichen ?Ansetzer? im KSA Dillenburg das ?DFB-net?-Zeitalter: Fast alle Spiele werden nunmehr mit Hilfe des Internets angesetzt. Die jahrzehntelange ?Karten-Wirtschaft? bei der Besetzung der Fußball-Spiele mit Unparteiischen hat ausgedient. Trotz der Umstellung auf die neue Technik gibt es im Zuständigkeitsbereich des Dillenburger Kreisschiedsrichterausschusses keinen einzigen Spielausfall im Seniorenbereich. Auf regionaler Ebene werden zur Saison 2008/2009 die Fußball-Bezirke und damit auch die Bezirks-Fußball-Ausschüsse aufgelöst. Die Verbindung zwischen den Kreisen und dem Verband halten in Zukunft in der Region Gießen/Marburg die beiden Regionalbeauftragten Jochen Junk und Wilfried Keutner. Im Herbst 2008 erkunden die ?Biker? unter den Dill-Schiris den Odenwald. Am 20. September 2008 stirbt mit Edwin Schneider eines der treuesten Mitglieder der Schiedsrichter-Vereinigung Dillenburg. Am 26. Januar 2009 verliert Dieter Böhm, der am 1. Mai 1974 die Schiri-Prüfung bestanden hatte, den Kampf gegen den Krebs. Der Oberschelder stirbt im Alter von 59 Jahren.

Beim Futsal-Turnier in Münchholzhausen gehen die heimischen Schiedsrichter als Titelverteidiger unter; sie landen auf dem zehnten und letzten Platz. Mit 22 frisch ausgebildeten Unparteiischen bringt der Neulingslehrgang 2009 ein gutes Ergebnis. Ein wahrer Ehrungsreigen dominiert das traditionelle Winterfest im Schönbacher Bürgerhaus. Helmut Heuser (SV Herborn), Günter Würz (TSV Beilstein) und der langjährige Schiedsrichterobmann Friedhelm Stürtz werden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Für das Jubiläum ?10 Jahre auf der DFB-Liste? erhält Ralf Viktora einen Ehrenteller.

Im Frühsommer 2009 erscheint bereits die 25. ?Peifekopp?-Ausgabe. Nachdem Ralf Viktora (SSV Dillenburg) nach über einem Jahrzehnt als Regionalliga-Schiri und Zweitliga-Assistent ausscheidet, endet in der SR-Vereinigung Dillenburg eine Ära. Der Oberndorfer wird der ?schwarzen Zunft? jedoch als Beobachter und Mitglied des Verbandsschiedsrichterausschusses erhalten bleiben. Sportliche Aushängeschilder der Unparteiischen von der Dill sind fortan Christian Hofheinz, der in die Verbandsliga aufsteigt, sowie die Gruppenliga-Schiris Anke Gottfried, Florian Hermann und Johannes Lang.

Mit Klaus Ebert (SV Niederscheld) und Jörg Menk (TSSV Schönbach) werden zwei Beobachter für 10- bzw. 5-jährige Tätigkeit ausgezeichnet. Die Schiri-Motorradgruppe reist nach Monschau ? und zwar, wegen des schlechten Wetters, mit dem Pkw und nicht mit dem ?Bike?. Auf dem Sportgelände in Reddighausen (Kreis Frankenberg) sichern sich die kickenden Dillkreis-Schiedsrichter in überzeugender Manier den ?Regions-Titel?. Das Jahr 2009 endet für die Unparteiischen der SR-Vereinigung Dillenburg mit einem schweren Verlust: Das dienstälteste KSA-Mitglied Günter Klose (77) stirbt am 10. Dezember an den Folgen eines schweren Verkehrsunfalls. Getrauert wird auch um Ehrenmitglied Adolf Wolfram; er stirbt am 19. November 2009 im Alter von 89 Jahren.

Mit Verbands-Lehrwart und Bundesliga-Schiri Lutz Wagner kann die Schiedsrichter-Vereinigung Dillenburg einen prominenten Referenten im Hörbacher Sportheim willkommen heißen. ?Ihr könnt stolz sein auf das, was Ihr leistet?, ruft das VSA-Mitglied seinen über 100 Zuhörern zu.

Für das Jubiläumsjahr 2010 schließlich gibt Wagner dem Kreisschiedsrichterausschuss von der Dill eine ganz besondere Bitte mit auf den Weg. Wagner ruft den KSA um Rainer Wendland dazu auf, sich nicht nur um die Rekrutierung zusätzlicher Spielleiter, sondern auch um den Erhalt derer zu kümmern, die schon länger als Schiri aktiv sind. Das Ziel der Dillkreis-Unparteiischen für das WM- und Jubiläums-Jahr 2010 fasst Dill-Schiri-Chef Rainer Wendland wenig später kurz und prägnant zusammen: ?Wir wollen gute Arbeit leisten!?