Das Schiedsrichterwesen im ehemaligen Dillkreis
Joachim Spahn/Herbert Pauly:
Schon im Jahr 1874 - als im Dillkreis noch keiner an Fußball dachte - erschienen in Deutschland die ersten (von England übernommenen) Fußballregeln in gedruckter Form. Die Spiele fanden ohne Schiedsrichter statt. Die beiden "Spielkaiser" (Spielführer) verhandelten vor dem Spiel über die Regelauslegung und überwachten während des Spiels die Einhaltung derselben.
In Straßenkleidung ein Spiel geleitet
Im Westdeutschen Spielverband (WSV), dem bis 1933 auch die Vereine des Dillkreises angehörten, mussten ab der Saison 1902/03 alle am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften einen Schiedsrichter stellen (ohne Ausbildung oder Lehrgang). Der Heimverein musste zum Spiel vier Linienrichter stellen. Der Schiedsrichter erhielt keine Spesen, nur die Erstattung der Fahrtkosten (mit der Eisenbahn, 2. Klasse) war üblich. Die Spielleitung erfolgte in normaler Straßenkleidung.
1908 wurden im WSV erstmals Spielerpässe eingeführt (ohne Passbild). Um eine einheitliche Regelauslegung zu erreichen, wurden 1912 im Westdeutschen Spielverband Schiedsrichter-Vereinigungen auf Bezirksebene eingeführt; sie übernahmen die Ausbildung und Schulung der Schiedsrichter.
Nachdem während des Ersten Weltkrieges der Spielbetrieb zum Erliegen gekommen war, wurde nach Kriegsende im Mai 1919 in Wetzlar eine Schiedsrichter-Gruppe für die Kreise Wetzlar, Dillenburg und Weilburg ins Leben gerufen. Aus unserem Kreis gehörten dieser Gruppe Heinrich Habicht (Dillenburg) und Berthold Hofmann (Niederscheld) an.
Um die Schiedsrichterausbildung weiter zu fördern, beschloss der Vorstand des WSV im Jahr 1920, Untergruppen (Schiedsrichter-Vereinigungen) auf Kreisebene zu bilden. Als erster Obmann fungierte Berthold Hofmann (bis 1928); er wurde von Heinrich Habicht abgelöst, der das Amt bis 1943 bekleidete. Die Schiedsrichteranwärter (Neulinge) mussten die Belehrungsstunden in Wetzlar besuchen und dort auch ihre Prüfung ablegen. Auch die Ansetzung erfolgte (bis 1944) von Wetzlar aus durch Hugo Hofmann und wurde in der Tageszeitung bekannt gegeben.
Die monatlichen Vollversammlungen wurden im Ausschank der Oranien-Brauerei in Dillenburg durchgeführt. 1930 bestand die Schiedsrichter-Vereinigung Dillenburg aus 55 Mitgliedern. Bedingt durch den Militärdienst sank die Zahl der Mitglieder auf 31 Schiedsrichter und zehn Anwärter.
Vereinsjugendleiter und Schiris tagten gemeinsam
Während des Krieges erfolgte eine Zusammenlegung mit dem Kreis Biedenkopf. In den späten 30-er Jahren bis zum Kriegsende fanden die Monatsversammlungen sonntags vormittags ab 10 Uhr im Lokal Hoffmann in der oberen Hauptstraße in Dillenburg statt. Zu diesen Treffen wurden auch die Vereinsjugendleiter eingeladen.
1943 wurde eine Liste der Dillkreis-Spitzen-Schiedsrichter veröffentlicht, von denen Adolf Müller (Frohnhausen) und Heinrich Müller (Dillenburg) für die Bereichsklasse (höchste deutsche Klasse) nominiert wurden. Hermann Schaffner (Haiger), Friedrich Hild (Herborn) und Artur Philipp (Burg) durften in der Bezirksklasse (zweithöchste Klasse) pfeifen.
Nach dem letzten Spiel im Juni 1944 wurde die Schiedsrichter-Vereinigung - wie alle Vereine - von der Militär-Regierung aufgelöst und konnte im Herbst 1945 durch Initiative von Heinrich Habicht (Dillenburg) unter Auflagen der Besatzungsmacht neu gegründet werden.
Schon in den 50-er Jahren stellte der Dillkreis Schiedsrichter auf Hessenebene; Rudi Nickel (Dillenburg) pfiff zu diesem Zeitpunkt sogar in den süddeutschen Vertragsspielerligen. Damals waren dies die höchsten Spielklassen überhaupt.
Heinrich Habicht (Dillenburg), Karl Schmidt (Burg) und Jonathan Eckstein (Dillenburg) - so hießen die drei ersten Obmänner der Schiedsrichtervereinigung Dillenburg nach dem Zweiten Weltkrieg. Großen Anteil daran, dass die heimische Zunft der Unparteiischen nach 1945 relativ zügig wieder aufgebaut wurde, hatte der Sportkamerad Heinrich Habicht. So sorgte er dafür, dass die Schiedsrichter zunächst nicht etwa durch Ansetzungskarten (Benachrichtigungskarten) erfuhren, welche Partie sie zu leiten hatten. Die Schiris mussten vielmehr die Tageszeitung sorgfältig studieren, um dieser zu entnehmen, für welche Partie sie angesetzt waren.
Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die ersten Belehrungsgruppen gebildet, die sich in Dillenburg, Haiger und Herborn zur gemeinsamen Fortbildung trafen. Unter der Leitung des damaligen Bezirksschiedsrichterobmanns Entgelter legten die ersten Neulinge bereits 1946 ihre Prüfung ab. Die ersten Unparteiischen in den Nachkriegsjahren stellten die Vereine aus Niederscheld, Manderbach, Nanzenbach, Mandeln, Herbornseelbach, Langenaubach, Frohnhausen, Herborn und Dillenburg.
1947 schließlich ging in der Oranienstadt erstmals eine Vollversammlung mit Regelvortrag über die Bühne. Ziel war es, eine einheitliche Liste zu schaffen, an der sich Schiedsrichter wie Spieler gleichermaßen orientieren konnten. 1949 regte Heinrich Habicht die Einrichtung einer Kameradschaftskasse an, mit der die Schiris in Not geratenen Schiedsrichterkollegen helfen wollten. Diese Kasse besteht noch heute, wird jedoch überwiegend zur Finanzierung geselliger Veranstaltungen verwandt.
Steter Aufschwung bis zum Jahr 1960
Insbesondere weil die Kameradschaft intensiv gepflegt wurde, nahm das Schiedsrichterwesen im ehemaligen Dillkreis bis 1960 einen steten Aufschwung. Der Feier zum 30-jährigen Bestehen im Hotel Thier in Dillenburg (1. Juli 1950) folgten unter anderem ein Familientreffen im Hof Feldbach (1954), Ausflüge zu den Schiri-Kollegen aus Biedenkopf und Oberlahn und gut besuchte Weihnachtsfeiern.
Als die Schiedsrichtervereinigung Dillenburg 1960 im Kurhaus der Oranienstadt schließlich ihren 40. Geburtstag feiern konnte, gehörten schon wieder 85 Unparteiische dem Zusammenschluss an. Die Namen der Obmänner, die in den fünfziger und Anfang der 60-er Jahre die Geschicke der schwarzen Zunft lenkten: Heinrich Bastian (Frohnhausen), Berthold Hofmann (Niederscheld), Hermann Schaffner (Haiger) und Alois Plescher (Driedorf).
Zu Beginn der 60-er Jahre schwankte der Mitgliederstand der Schiedsrichtervereinigung Dillenburg erheblich. Zahlreiche Ab- und Zugänge waren zu verzeichnen. In dieser Zeit absolvierte auch eine Frau, die Tochter des Schiri-Kollegen Zufall, einen Neulingslehrgang.
Für alle Beteiligten bedauerlich: Die Satzungen erlaubten es nicht, dass sie auf dem Feld auch als Spielleiterin zum Einsatz kam. Unter der Führung ihrer Obmänner Alois Plescher (Driedorf), Kurt Thomas (Nanzenbach) und Anton Passauer (Burg) widmeten sich die Unparteiischen des Dillkreises damals nicht nur der Fortbildung und der Spielleitung. Die Schiris jagten selbst dem runden Leder hinterher, besuchten verschiedene Schiedsrichterturniere des Bezirks Gießen-Marburg und errangen 1967 schließlich in Niedergirmes den Bezirkspokal. Rege Kontakte unterhielt die schwarze Zunft damals zudem mit den Unparteiischen der Schiedsrichtervereinigung Frankfurt. Mit dieser maß man sich sowohl auf dem Fußballplatz als auch, hinterher, beim gemütlichen Beisammensein. Gefördert wurde der Zusammenhalt innerhalb der heimischen Vereinigung durch Kameradschaftsfahrten zum Chiemsee und nach Berlin.
Ihr 50-jähriges Bestehen feierten die Dillkreis-Schiris schließlich am 4. Juli 1970 im zu diesem Zeitpunkt neu errichteten Bürgerhaus in Burg. Zwei Fußball-Spielen, die unter der Leitung der Bundesliga-Schiedsrichter Kreitlein und Linn standen, folgte eine vorbildlich organisierte Feierstunde unter der Leitung von Wolf Kurre. Geführt wurden die Unparteiischen aus dem Landstrich an der Dill damals von Anton Passauer (Burg).
In seine Fußstapfen trat 1972 schließlich Friedhelm Stürtz (Steinbrücken). Seine Verdienste um die Schiedsrichtervereinigung Dillenburg sind nicht hoch genug einzuschätzen, stand er doch bis zum Jahr 1990 ohne Unterbrechung an der Spitze der schwarzen Zunft. In dieser Zeit erfuhr die ohnehin vorbildliche Lehr- und Ausbildungsarbeit eine weitere Aufwertung.
Schiedsrichterinnen für die Frauen-Bundesliga gestellt
Unter der Führung der Lehrwarte Horst Lommler (Hörbach), Heinz Nix (Burg), Siegbert Eckhardt (Hirzenhain), Michael Kreft (Steinbach) und Klaus Ebert (Mandeln) stieg die Zahl der aktiven Unparteiischen weiter an. Namhafte Referenten gaben ihr Wissen bei den monatlichen Fortbildungsveranstaltungen in den Sportheimen Hörbach und Manderbach an die Dillkreis-Schiris weiter. Aber: Trotz allen Bemühens des Kreisschiedsrichterausschusses ließ der Besuch der Belehrungsabende schon damals zu wünschen übrig.
Nachdem sich Schiedsrichterobmann Friedhelm Stürtz 1990 aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl gestellt hatte, wählten die Unparteiischen Günter Debus (Rittershausen) zu seinem Nachfolger. Unter seiner Führung feierte die Vereinigung im Juni 1990 im Eibelshausener Bürgerhaus ihr 70-jähriges Bestehen. Nach Debus? plötzlichem Tod im Jahr 1992 wurden die Aufgaben des Schiedsrichterobmanns kommissarisch auf Burkhard Blicker (Oberscheld) übertragen. Verantwortlich für die Lehrarbeit ist seit 1990 der langjährige Oberliga-Schiedsrichter Roland Horschitz. Seit Anfang der 90-er Jahre ist die Zahl der aktiven Schiedsrichter im ehemaligen Dillkreis weiter enorm gestiegen. Als die schwarze Zunft 1995 in der Oberschelder Glück-Auf-Halle ihren 75. Geburtstag feierte, gehörten ihr 194 aktive Unparteiische an. Allein beim 95-er Neulingslehrgang war es gelungen, 46 neue Schiris zu rekrutieren. Mit Dagmar Jung und Karin Hermann stellte die Vereinigung Anfang der 90-er Jahre erstmals Spielleiterinnen für eine Bundesliga. Jung und Hermann brachten die Partien der damals neugegründeten Eliteklasse der Damen souverän über die Bühne.
Im 80. Jahr ihres Bestehens wurde die Schiedsrichtervereinigung Dillenburg schließlich von Ralf Viktora (Oberndorf) geführt; der Regionalliga-Unparteiische und Zweitliga-Assistent hatte im Februar 2000 seinen nicht mehr kandidierenden Vorgänger Burkhard Blicker abgelöst.
Burkhard Blicker hinterließ seinem Nachfolger ein bestelltes Feld. Ralf Viktora setzte in seiner vierjährigen Amtszeit mit der Einführung eines Förderkaders für junge, talentierte Unparteiische, die Einführung eines regelmäßigen Schiedsrichter-Trainings, die Begründung des Winterfestes und durch seinen außergewöhnlichen Einsatz zugunsten des Schiedsrichterwesens im Kreisfußballausschuss wichtige Akzente.
Im Februar 2004 schließlich trat der für den TuS 1910 Driedorf pfeifende Rainer Wendland die Nachfolge des Oberndorfer Funktionärs als Kreisschiedsrichterobmann an, der die Schiedsrichter-Vereinigung Dillenburg 2007 in das 87. Jahr ihres Bestehens führen wird.
Zurzeit zählt der Zusammenschluss der heimischen Unparteiischen rund 240 aktive und passive Mitglieder.
Dillkreis-Schiedsrichter für das neue Jahrtausend gerüstet
230 aktive und passive Schiedsrichter, 3000 zu leitende Spiele im Jahr, acht Ehrenmitglieder, die insgesamt über 400 Jahre lang als Unparteiische tätig waren: Die Schiedsrichter-Vereinigung Dillenburg braucht ihr Licht auch zwei Jahre nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland keineswegs unter den Scheffel zu stellen.
Fast neun Jahrzehnte nach der Gründung der ersten Schiedsrichter-Untergruppe auf Kreisebene (1920) - als deren Obmann Berthold Hofmann als erster KSO des Dillkreises bis 1928 tätig war - wird der Zusammenschluss der heimischen Spielleiter allen Anforderungen gerecht, die die Abwicklung des Spielbetriebs, die Pflege der Geselligkeit sowie die Betreuung und die sportliche Förderung ihrer Mitglieder zu Beginn des neuen Jahrtausends mit sich bringen. "Wir vom KSA versuchen, das Beste aus der Situation zu machen", sagt Rainer Wendland, seit Anfang 2004 Schiri-Obmann im Fußballkreis Dillenburg, deutlich untertrieben. Schließlich hat der Kreisschiedsrichterausschuss unter seiner Leitung (2004 bis 2008) sowie in der Amtszeit seines Vorgängers Ralf Viktora (2000 bis 2004) bemerkenswerte Akzente gesetzt.
80-Jahr-Feier mit vielen Höhepunkten
So feierte die Schiedsrichter-Vereinigung Dillenburg im Juli 2000 mit einer großen Jubiläumsfeier auf dem Sportgelände in Donsbach zunächst ihr 80-jähriges Bestehen - eine Veranstaltung, deren Höhepunkte Ehrungen verdienter Spielleiter und ein Senioren-Jubiläumsturnier waren. In den darauffolgenden Jahren der Amtszeit von KSO Ralf Viktora setzt das Führungsgremium der Dill-Schiris unter der Leitung des Oberndorfer Funktionärs viele weitreichende Akzente: Die Gründung eines Förderkaders, in dem talentierte Spielleiter besonders betreut werden (zu Beginn der Saison 2002/2003), das erste Winterfest im Schönbacher Bürgerhaus (seit 2002) sowie das Erscheinen der Schiedsrichter-Zeitung "Der Peifekopp" seit 2001 (unter Leitung von Joachim Spahn) fallen ebenso in diesen Zeitraum wie die Installierung eines regelmäßigen Schiedsrichter-Trainings (im Jahr 2001) und die Aufnahme beziehungsweise Wiederbelebung des Schiedsrichter-Austauschs mit den Nachbarkreisen Westerwald/Sieg und Limburg/Weilburg.
"Gute Mischung aller Altersklassen"
"Von der Altersstruktur haben wir eine gute Mischung aller Altersklassen", kommentiert Ralf Viktora Anfang 2002 den damaligen "Ist-Zustand" der Vereinigung, der zu diesem Zeitpunkt 167 aktive und 45 passive Schiris angehören. Mit Beginn seiner Amtszeit gibt KSO Viktora als erster Obmann im Fußballkreis Dillenburg überhaupt die Umbesetzungen der Seniorenspiele an seinen Stellvertreter ab. Diese nervenaufreibende Aufgabe übernimmt Herbert Graulich (Fleisbach). Graulich sowie Günter Klose, der sich um die Besetzung der Junioren- und Damen-Spiele kümmert, erledigen ihre Aufgabe zuverlässig wie ein Uhrwerk. Einziger Wermutstropfen in der Amtszeit Viktoras ist die Verabschiedung von Roland Horschitz, der nach fast zwei Jahrzehnten auf der Schiedsrichter-Verbandsliste aus Altersgründen für Jüngere Platz machen muss.
Als Ralf Viktora Anfang 2004 sein Amt aus zeitlichen Gründen an seinen Nachfolger Rainer Wendland (Nister-Möhrendorf) übergibt, hinterlässt er eine 227 Schiedsrichter starke Vereinigung, ein "bestelltes Feld" - sowie einen Kreisschiedsrichterausschuss, der mit Ausnahme Viktoras komplett für eine weitere Amtszeit kandidiert.
In den darauffolgenden vier Jahren verändert sich die Menge der Unparteiischen, die der SR-Vereinigung Dillenburg angehören, zwar nur unwesentlich (Ist-Zahl im Spätsommer 2007: 230 aktive und passive Schiedsrichter). Dennoch setzt der Kreisschiedsrichterausschuss auch zwischen Anfang 2004 und Ende 2007 nachhaltige Akzente.
KSO Rainer Wendland selbst führt im Bereich der Schiedsrichter-Soll-Feststellung eine Art "Halbzeitbilanz" ein, die die Fußball-Vereine des ehemaligen Dillkreises frühzeitig über drohende Bestrafungen (Punktabzüge, Geldstrafen) informiert - und ihnen die Gelegenheit gibt, Sanktionen durch Entsendung geeigneter Anwärter zum bevorstehenden Neulingslehrgang zu vermeiden. Wendland Mitte 2007 erfreut: "Die Einführung dieser 'Halbzeitbilanz' trägt erste Früchte."
Acht Ehrenmitglieder ernannt
Zwischen 2002 und 2007 ernennt die SR-Vereinigung Dillenburg mit Alfred Fehling, Adolf Wolfram, Klaus Weber, Franz Götzel, Arthur Gröf, Horst Lommler, Gerhard Seibel und Gustav Berns acht Ehrenmitglieder - Unparteiische, auf die die Dill-Schiris (so Wendland wörtlich) "besonders stolz" sind. Weitere "Highlights" sind die zahlreichen Erfolge, die die Fußball-Mannschaft der Dillkreis-Schiedsrichter bei den Bezirksturnieren auf dem Kleinfeld und in der Halle feiern kann (Gewinn mehrerer Bezirksmeisterschaften), die Einführung regelmäßiger Treffen der Vereins-Schiedsrichter-Beauftragten sowie der Start eines Patenmodells. Jüngeren Spielleitern wird dabei - nach dem Erwerb der Schiedsrichter-Lizenz - für die Dauer eines Jahres ein erfahrener Unparteiischer an die Seite gestellt.
Nicht zu kurz freilich kommt auch die Pflege der Geselligkeit. Neben dem Winterfest im Schönbacher Bürgerhaus wird der Zusammenhalt innerhalb der Vereinigung unter anderem durch die Zusammenkünfte der Skat spielenden SR-Riege im Gasthaus Michel in Roth, Motorradtouren der "Bike fahrenden" Unparteiischen und Ausflüge zu Bundesliga-Spielen gefördert. Negativ zu Buche schlägt in der Amtszeit Wendlands allein der Verlust von vier Unparteiischen, die nach dem Verkauf von WM-Karten vom Hessischen Fußball-Verband ausgeschlossen werden - ein Ausschluss, durch den die SR-Vereinigung Dillenburg unter anderem rührige Vorstandsmitglieder und verdiente Spielleiter verliert.
Eine enorme "Fluktuation" schließlich erfährt zwischen 2000 und 2007 der Bereich der Top-Schiedsrichter. Von den höherklassigen Unparteiischen Burkhard Dillmann, Jens Rometsch, Jörg Menk, Sebastian Müller, Oliver Klein, Roland Horschitz, Matthias Gombel, Holger Burbach und Ralf Viktora bleibt allein Letzterer übrig. Da außer dem für den SSV Dillenburg tätigen Regionalliga-Referee und Zweitliga-Assistent zurzeit lediglich Anke Gottfried, Florian Hermann und Christian Hofheinz Spiele der höheren Ligen (ab Bezirksoberliga) pfeifen dürfen, verfügt die SR-Vereinigung Dillenburg im Spieljahr 2007/2008 nur noch über vier Top-Schiris.
Eine Entwicklung, der sich die Vereinigung durch verstärkte Förderung talentierter Spielleiter in Zukunft wird stellen müssen.
Im Januar 2008 schließlich stellten die Dillkreis-Schiedsrichter mit der Wahl eines neuen Kreisschiedsrichterausschusses die Weichen für die Zukunft: Dem Führungsgremium gehören nunmehr der im Amt bestätigte Kreisschiedsrichterobmann Rainer Wendland, seiner neuer Stellvertreter Michael Garrison (SSV Steinbrücken), der wieder gewählte Kreis-Lehrwart Roland Horschitz, Dillkreis-ÖMi Joachim Spahn sowie die Beisitzer Bernd Eckhardt, Günter Klose, Sebastian Müller, Dagmar Jung und Jörg Menk an.
