Ehrenmitglied verstirbt 93-jährig: Die Schiedsrichter trauern um Alfred Fehling

Bestürzung im Lager der heimischen Unparteiischen: Alfred Fehling (rechts vorne im Bild) – das Ehrenmitglied, das am längsten der Schiedsrichtervereinigung Dillenburg angehörte – ist am 19. Juni im Alter von 93 Jahren gestorben.

Der ehemalige Generalvertreter einer Versicherungsgesellschaft hatte sich am 1. August 1950 der „schwarzen Zunft“ angeschlossen.

Fehling jagte zu dieser Zeit als 25-jähriger Stürmer seines Heimatvereins SSV Donsbach auch aktiv dem runden Leder nach und besuchte 1950 den Schiedsrichter-Anwärterlehrgang im Vereinslokal der Haigerer „Eintracht“ am „Obertor“.

Einmal in der Woche – und das über einen Zeitraum von zwei Monaten – radelte er mit dem Fahrrad nach Haiger, um den Lehrgang zu absolvieren, den der damalige Kreislehrwart Hermann Schaffner leitete.

In der Gaststätte „Zum Obertor“ wurden der Donsbacher und zehn weitere Sportkameraden aus den umliegenden Vereinen mit den Fußballregeln vertraut gemacht, um zum Abschluss die Schiedsrichter-Prüfung abzulegen. Der Prüfungsausschuss bestand zu dieser Zeit aus Schiri-Obmann Berthold Hoffmann (Niederscheld) und Kreisfußballwart Heinrich Bastian (Frohnhausen).

Nach bestandener Prüfung musste Alfred Fehling als sogenannter „Schiedsrichter- Anwärter“ eine halbjährige Probezeit durchlaufen, um dann als vollwertiger Fußballschiedsrichter zu gelten.

In den ersten Jahren seiner Tätigkeit als Referee spielte Alfred Fehling noch als torgefährlicher Rechtsaußen erfolgreich beim SSV Donsbach in der A-Liga und kam zunächst nur vereinzelt als Schiedsrichter zum Einsatz.

Bei seinem Heimatverein, in dem er ebenfalls Ehrenmitglied war, sprach man noch lange nach seiner aktiven Zeit hochachtungsvoll von Fehlings technischen Fähigkeiten als Fußballer.

Nach dem Ende seiner aktiven Zeit als Balltreter – etwa ab 1955 – widmete sich er sich
mehr der „Pfeiferei“ und kam bis zum Ende seiner aktiven Schiedsrichterzeit im Jahr 1983 und nach über 33 Jahren als Schiri auf über 500 Spielleitungen in den heimischen A-und B-Ligen.

Für einen anfänglichen Spesensatz von 4 DM fuhr Alfred Fehling oft weite Strecken, anfangs immer mit dem Fahrrad. Im sogenannten Schiedsrichter-Austausch verschlug es ihn unter anderem nach Silberg (Kreis Biedenkopf) und nach Tiefenbach im Oberlahnkreis – und stets war er mit dem Fahrrad unterwegs.

Besonderer Höhepunkt seiner Schiedsrichter-Tätigkeit war ein Einsatz als Linienrichter im Jahr 1970: Gemeinsam mit Adolf Wolfram (Wissenbach) unterstützte der Donsbacher als „Mann an der Linie“ den damaligen FIFA-Schiedsrichter Rudolf Kreitlein (Stuttgart) bei der Leitung eines Jubiläumsspiels der Schiedsrichtermannschaft in Burg gegen den SSC „Juno“ Burg.

In all den Jahren seiner aktiven Schiedsrichter-Tätigkeit gab es unter der Leitung des Donsbachers niemals einen Spielabbruch; auch vor dem Rechtsausschuss musste Alfred Fehling niemals auftreten.

Für seine Verdienste um die „schwarze Zunft“ wurde der verdiente Unparteiische im Rahmen des Schiedsrichter-Winterfestes 2005 in Schönbach zu einem der ersten Ehrenmitglieder der Dillkreis-Schiris ernannt. Bis zu seinem Tod gehörte er 68 Jahre lang der „schwarzen Zunft“ an.

Die Trauerfeier für Alfred Fehling findet am Donnerstag (28. Juni) ab 14 Uhr in der Friedhofskapelle Donsbach statt.

Das Beileid der Schiedsrichtervereinigung Dillenburg gilt den Angehörigen, Freunden und Verwandten des verstorbenen Ehrenmitglieds. Die heimischen Unparteiischen werden Alfred Fehling ein ehrendes Andenken bewahren.

Joachim Spahn

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