Integration: „Sport-Coaches“ können ihre Arbeit auch 2018 fortsetzen

Sport spricht alle Sprachen! Dieser Erkenntnis folgte das Hessische Ministerium des Inneren und für Sport, als es im Jahr 2016 das Programm „Sport und Flüchtlinge“ initiierte. Wichtige Multiplikatoren an der Basis sind die ehrenamtlichen tätigen „Sport-Coaches“ der Städte und Gemeinden, die Flüchtlingen und „Neubürgern“ vor Ort das Ankommen erleichtern sollen. Jetzt trafen sich die „Sport-Coaches“ aus dem Lahn-Dill-Kreis im Niederweidbacher Dorfgemeinschaftshaus zu einem etwa dreistündigen Gedankenaustausch.

Claudia Göbel (Koordinationsstelle für Flüchtlingssport im Sportkreis Lahn-Dill) freute sich, 14 der 19 heimischen Sport-Coaches, Netzwerkpartner, Menschen mit Fluchthintergrund sowie Vertreter von Vereinen zur „Regional-Tagung“ willkommen heißen zu können. Besonders begrüßte Göbel zudem Brigitte Hermann (Sportjugend Hessen), Bischoffens Bürgermeister Ralph Venohr und den Vorsitzenden des Sportkreises Lahn-Dill, Eberhard Göbel.

„Sie machen bei etwas mit, was uns für die Zukunft voran bringt“, sagte der „Sportkreis-Chef“ und dankte den „Sport-Coaches“, deren Aufgabe es ist, den Kontakt zwischen Flüchtlingsinitiativen, Sportvereinen, Verantwortlichen der Asylbetreuung und den Flüchtlingen aufzubauen und die Fäden zusammenzuhalten. Eberhard Göbel anerkennend: „Sie bringen sich vor Ort positiv ein. Dafür dankt Ihnen der Sportkreis sehr herzlich.“

Bischoffens Bürgermeister Ralph Venohr freute sich in einem Grußwort, dass „das Land Hessen die integrative Kraft des Sportes genutzt“ habe, um Menschen mit Fluchthintergrund das Ankommen zu erleichtern. Bischoffen selbst zähle seit etwa einem Jahr zu den 243 hessischen Städten und Gemeinden, die sich am Programm „Sport und Flüchtlinge“ beteiligen. Venohrs Ausblick: „Wir sind hier erst am Anfang. Auf uns warten noch viele Aufgaben.“

Brigitte Hermann stellte den rund 30 Tagungsteilnehmern noch einmal aktuelle Inhalte des Landesprogramms vor, für dessen Umsetzung die „Sportjugend“ im Landessportbund Hessen zuständig ist. Hessenweit, so Hermann, seien 320 „Sport-Coaches“ vor Ort aktiv, die als Mittler zwischen den Vereinen auf der einen sowie den Städten und Gemeinden auf der anderen Seite fungieren. „Sport-Coaches“ seien in der Regel „lokal vernetzt“ und „vielfältig engagiert“.

Für Städte und Gemeinden, in denen Sportvereine und andere Träger Sport- und Bewegungsangebote für Flüchtlinge initiieren und die Integration der „Neubürger“ vorantreiben wollten, ständen in diesem Jahr landesweit 1,7 Millionen Euro zur Verfügung.

„Die Sport-Coaches konnten schon viele geeignete Angebote für Geflüchtete und Einheimische ins Leben rufen“, resümierte die Sportjugend-Koordinatorin für West- und Mittelhessen. Mittlerweile gebe es „in fast allen Sportarten Beispiele für eine gelungene Integration von Flüchtlingen“. Die Funktionsträger an der Basis – so die Vertreterin der Sportjugend weiter – würden „wichtige Kontaktmöglichkeiten zwischen Geflüchteten und der lokalen Bevölkerung auf den Weg bringen“.

Vor diesem erfolgreichen Hintergrund habe sich das Hessische Ministerium des Inneren und für Sport dazu entschieden, das Programm auch 2018 fortzusetzen.

Im weiteren Verlauf der Zusammenkunft am Donnerstagabend befassten sich die Beteiligten mit regionalen „Best Practice“-Beispielen aus Wetzlar und Solms, brachten ihre Wünsche an die Sportjugend Hessen sowie an die Städte und Gemeinden für das Jahr 2018 vor – und bedankten sich bei den Initiatoren des Treffens für die gute Möglichkeit, sich mit anderen Gleichgesinnten über deren Erfahrungen bei der Arbeit vor Ort auszutauschen.

Kontakt: Koordinierungsstelle für Flüchtlingssport im Sportkreis Lahn-Dill, Claudia Göbel, Tel. (02772) 5835479, E-Mail fluechtlingssport@skld.de. Sportjugend Hessen, Brigitte Hermann, Tel. (06441) 979615, E-Mail Hermann@sportjugend-hessen.de.

Text: Joachim Spahn/Bild: privat

 

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