Schiedsrichter-Obmann Rainer Wendland: „Am Thema Nachwuchsförderung dran bleiben!“

Wie sind die heimischen Schiedsrichter zu Beginn ihres Jubiläumsjahres aufgestellt?

Rainer Wendland: Gut. Mit zurzeit rund 180 aktiven Schiedsrichtern verfügen wir über eine ausreichende Zahl an Unparteiischen, um alle Spiele besetzen zu können. Unglücklich ist jedoch, dass der diesjährige Neulingslehrgang mangels Masse ausfällt. Die Menge der aktiven Spielleiter könnte – da die frisch ausgebildeten „Anfänger“ die Ausscheider im Laufe eines Kalenderjahres zahlenmäßig in etwa immer ersetzt haben – aber im Laufe des Jahres deutlich sinken.

Wie sieht es mit dem Schiedsrichter-Nachwuchs in der Region aus?

Wendland: Wir haben zurzeit gute, talentierte Schiedsrichter – sowohl im Herren- als auch im Damen-Bereich. Von einzelnen jungen Schiedsrichtern würde ich mir jedoch etwas mehr Engagement und Eigeninitiative, vielleicht sogar echte Leidenschaft für die Schiedsrichterei wünschen – gerade auch, weil es für junge einsatzfreudige Schiedsrichter wirklich gute Aufstiegsmöglichkeiten gibt. Wer es als Schiri zu etwas bringen will, muss sich jedoch ganz diesem Hobby verschreiben und sollte nach Möglichkeit nicht auf mehreren Hochzeiten tanzen. Die, die es letztlich dann nach ganz oben schaffen, werden aber auch etwas Glück brauchen.

Wer sind die sportlichen Aushängeschilder der Schiedsrichter-Vereinigung Dillenburg?

Wendland: An erster Stelle sind hier unsere Spielleiter zu nennen, die in der Verbandsliga (Christian Hofheinz) sowie in der Gruppenliga (Florian Hermann, Johannes Lang, Anke Gottfried) aktiv sind. Im Damen-Bereich setzen darüber hinaus die Donsbacherin Anke Gottfried, die Assistentin bis zur 1. Bundesliga ist, und die Driedorferin Angelique Zirfas besondere Akzente. Ein herber Verlust war sicherlich das Ausscheiden Ralf Viktoras als Assistent der 2. Fußball-Bundesliga und Regionalliga-Schiedsrichter. Er wird für uns in dieser Form sicher nicht zu ersetzen sein.

Hat die Vereinigung Dillenburg eine ausreichende Zahl an Schiedsrichtern, um den Ablauf des Spielbetriebs problemlos garantieren zu können?

Wendland: Die Struktur unseres Fußballkreises ist so, dass wir alle Spiele besetzen können. Probleme, wie sie viele andere Vereinigungen aufgrund zu weniger aktiver Spielleiter haben, gibt’s nicht.

Was muss ein junger Sportfreund mitbringen, um ein erfolgreicher Schiedsrichter zu werden?

Wendland: Sehr wichtig sind auf alle Fälle Zuverlässigkeit, Authentizität und Selbstvertrauen. Schon die ersten Wochen und Monate nach einem Neulingslehrgang zeigen, wo der Weg eines frisch ausgebildeten Neulings hinführt. Klar muss man dann auch für die Neueinsteiger Verständnis haben, die irgendwann merken, dass die Schiedsrichterei doch nicht so ihr Ding ist.

Offenbar läuft bei den Schiris selbst vieles gut. In anderen Bereichen gibt es jedoch sicherlich noch Verbesserungspotenzial…

Wendland: Bedauerlich ist nach wie vor, dass sich viele Vereine einfach zu wenig um ihre Schiris kümmern und in vielen Clubs ein geeigneter Ansprechpartner für die Schiedsrichter fehlt. Das Amt des Vereinsschiedsrichterbeauftragten wird vielerorts nur unzureichend wahrgenommen. Der SR-Beauftragte darf – überspitzt ausgedrückt – nicht nur ein „Wasser- und Wurstbringer“ für die Halbzeit sein, sondern muss sich ernsthaft um sein Amt kümmern und zum Beispiel auch mal zu unseren Monatsversammlungen kommen. Die Position des SR-Beauftragten ist die am meisten unterschätzte Position in den Vereinen. Nach der letzten Soll-Feststellung haben etwa 95 Prozent der Vereine zwar eine ausreichende Zahl an Schiedsrichtern. Nur erbringen diese in vielen Fällen zu wenige Leistungen, so dass wir in dieser Spielzeit beispielsweise 14 Clubs wegen der Nichterfüllung des SR-Solls bestrafen mussten. Unter anderem weil der diesjährige Neulingslehrgang ausfällt, prophezeie ich, dass sich in der nächsten Saison viele heimische Vereine bitterböse umgucken werden.

Und welche Ziele verfolgt der Kreisschiedsrichterausschuss (KSA) im Jubiläumsjahr?

Wendland: Wir können das Rad nicht neu erfinden und sehen uns nach wie vor als Dienstleister, der für die Vereine und nicht gegen die Vereine arbeitet. Wir vom KSA Dillenburg sind bemüht, in allen Bereichen gute Arbeit zu leisten. Nach wie vor gilt es,  besonders am Thema „Nachwuchsförderung“ dran zu bleiben. Darüber hinaus wollen wir natürlich unsere Jubiläumsveranstaltung im Juli in Sechshelden gut hinkriegen.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: